Als ich auf Anraten eines Freundes zu BookRix gestoßen bin, weil es dort nur um das Schreiben  von Büchern und Geschichten ging und nicht vornämlich um andere Dinge, die nichts mit Schreiben zu tun hatten, mußte ich hier feststellen, daß es eigentlich in erster Linie um Kurzgeschichten ging, vor allem, wenn wir uns an einem Wettbewerb beteiligt haben, wo die Anzahl der Seiten vorgeschrieben war.

Zunächst glaubte ich, daß das nicht mein Ding sei, meine Geschichten in einen vorgeschriebenen Rahmen zu pressen, aber dann stellte ich fest, daß ich das doch konnte und habe mich mit Freuden den neuen Anforderungen gestellt.

 

Ich stelle Euch zuerst meine Kinderbücher vor, die nichts mit Pippi Langstrumpf zu tun haben, sondern eher mit dem Versuch, sich in den Zeiten des Krieges und sonstigen schlechten Zeiten zurecht zu finden und zu behaupten, wie zum Beispiel:

 


Die Welt mit Kinderaugen sehen

 

Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als der Mensch sich vorstellen kann. Die reine Kinderseele ist noch empfänglich für alles Wunderbare, eigentlich nicht Vorstellbares und für die Dinge, die sich zwischen hüben und drüben ereignen und sich mit dem realen Verstand nicht erfassen lassen.

 

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-kinder-kinder/

zwei kleine Kinder laufen in der Sylvesternacht

1944 allein nach Hause


Sie haben den letzten Zug versäumt und wandern nun verzagt und ängstlich bei absoluter Dunkelheit wegen der Verdunklungspflicht die Landstraße entlang immer auf der Suche nach etwas, das ihnen bekannt vorkommt und ihnen sagt, daß sie bald zu Hause sind. Sie kämpfen sich auf glatter Straße durch dichtes Schneetreiben und rezitieren Gedichte, um sich abzulenken, damit die Zeit schneller vergeht. - Noch drei Minuten bis Buffalo -! Sie begegnen einem lebenden Schreckgespenst und sehen in den Krüppelweiden am Straßenrand alte Hexen, die mit dürren Fingern winken und sie vom Pfade locken wollen. Und sie wollen doch nur nach Hause, nach Hause!

 

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-allein-in-finsterer-nacht/

Zwei Osterfeste, zwei Welten. Das eine voll Hoffnung auf eine bessere Zukunft, das andere der Abgesang auf das tausendjährige Reich aus Kindersicht und mit Kinderaugen gesehen und gehört. Das angsteinflößende Mahlen der Panzer, das Knirschen, wenn Metall auf Metall trifft, wenn das Grauen plötzlich um die Ecke biegt und das schußbereite Rohr sich direkt auf das eigene Haus richtet, der kleine Bruder hysterisch schreiend um die Ecke gerannt kommt und immer wieder atemlos schreit: "Der schwarze Mann kommt, der schwarze Mann kommt", dann sind alle wie paralysiert, bis endlich Bewegung in die schreckerstarrten Menschen kommt und sie in den Keller stürzen, um dort abzuwarten, was weiter passiert.

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-ostern-zwischen-aufbruch-und-untergang/

"Gesucht wird ..." wurde nach dem Krieg jeden Mittag um 12 Uhr auf sämtlichen inzwischen wieder arbeitenden Radiosendern verlesen, aufgegeben von Menschen, die ihre Verwandten suchten, die im Krieg verschollen waren, von denen keiner wußte, was aus ihnen geworden war. Während der letzten Kriegsjahre oder -monate irrten auch viele verloren gegangene Kinder zwischen den Fronten hin und her, lebten vom Mundraub oder dem, was ihnen mitleidige Seelen zusteckten und versuchten, am Leben zu bleiben und irgendwie wieder nach Hause zu kommen. Von einem dieser Kinder ist hier die Rede. Gesucht wird....."    

 

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-gesucht-wird/


 


Humor ist die Lust zu lachen, wenn einem zum Heulen ist. (Werner Finkh)

 

Eine Mutter versucht, mit ihren fünf Kindern von Marburg nach Wilhelmshaven  zurück zu kehren, obwohl sie sich ohne einen amtlichen Passierschein der Besatzer lediglich 30 Km im Umkreis ihres derzeitigen Wohnortes bewegen darf. Eine überaus ängstliche Person, die jetzt endlich mal tut, was getan werden muß. Da Züge, wenn überhaupt, nur noch auf Teilstrecken fahren, da Brücken und auch sonst alles mögliche gesprengt sind, geht es manchmal auf Leiterwagen, Lastwagen, aber meistens per Pedes immer der Nase nach irgendwie nach Norden im Krebsschritt und -tempo. Zwei Schritt vorwärts, zwei seitwärts und einen wieder zurück.

Auf diesem Weg haben wir auch in den Bodelschwinghschen Anstalten halt gemacht und Unterkunft und eine warme Suppe bekommen.

Ich habe vor ein oder zwei Jahren den Leuten einmal eine Spende geschickt und ihnen einen sehr freundlichen Brief geschrieben, wie wir damals diese Wohltat genossen haben. Doch die frommen Brüder hatten mir mit keiner Zeile geantwortet. Dabei wollte ich gar nichts von ihnen. Ich kann mich nur noch wundern.

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-heimkehr/

s c h l a f w a n d e l n

 

Schlafentzug ist wohl eine der schlimmsten Erlebnisse, wenn er systematisch und fortdauernd erfolgt. In den Zeiten des totalen Krieges hatten wir fast jede Nacht Fliegeralarm und den Höhepunkt hatten wir in einer Nacht mit 11 Angriffen in Folge. Ich war so müde, daß ich im Schlaf zwar schon das durchdringende Gejaul der Alarmsirenen hörte, es mir aber piepegal war, ob uns eine Sprengbombe auf den Kopf fiel oder nicht, weil ich nur weiter schlafen wollte, was meine Mutter natürlich nicht zulassen konnte.

 

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-somnabulismus/

Versprich mir, daß es den Himmel gibt

 

Ein völlig verzweifelter Vater verbringt schlaflos eine Nacht am Bett seiner sterbenden kleinen Tochter, deren Körper zerfressen wurde von den austretenden Giften einer Deponie, auf dem ahnungslose Menschen ihre Häuschen gebaut haben, weil sie nicht wußten, daß sie auf einem sogenannten Pulverfass saßen und die Behörden jeden Zusammenhang zwischen Krankheit und Deponie bestritten.

Es ist der Abschied einer langen Nacht, in der zuletzt das sterbende Mädchen seinem Vater Trost zusprechen muß.

 

 

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-schlaflos/

Lenny und der Psycho war mein Wettbewerbsbeitrag zu "Endstation Sehnsucht".

 

 

Und Lenny war kein Opfer. Da sei Gott davor. Er war der Macher, der Anführer einer Kindergang, der Rädelsführer mit der größten Klappe und dem Gesicht eines Engels, klugen Augen und dem verschmitzten Lächeln des geborenen Unschuldslamms, dem man stets seine Lügen glaubte. Können diese Augen lügen? schien er grinsend zu fragen.

Ich glaube, es war Morgenstern, der seinerzeit dichtete: "Ein Schnupf saß auf der Terrasse, auf das er sich ein Opfer fasse". Abgewandelt kann man hier sagen: "Lenny hockt auf der Terrasse, auf das er sich ein Opfer fasse" und er hatte stets den Schwächsten im Visier, wie hier den "Psycho".

 

 

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-lenny-und-der-psycho/

Ach du heiliger Strohsack

Weihnachten 1947

 

 

 Das war ein Heiligabend mit Hindernissen, Zinkwanne, Tannenbaumabsturz und kaum etwas zu essen. In der Folge Nervenzusammenbruch, Geschrei, Gefauche, Gejammer und Schadensbeseitigung. Mehr kann man eigentlich nicht dazu sagen.

 

 

http://www.bookrix.de/_ebook-renate-kronberg-ach-du-heiliger-strohsack/

 

 

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut

 


Das war ein Beitrag zu einer Charity Aktion für Ostafrika

 

 

     Gedanken darüber, was der Mensch aus seiner Welt macht. Wie er gerade mit Erfolg dabei ist, diese seine Welt dem schnöden Mammon zu opfern und sie so nach und nach zu zerstören, Hauptsache, die Rendite stimmt, die Aktien und die Einnahmen steigen. Irgend jemand wird die Welt schon retten.

 

     Früher sagte man, dem Menschen ist das Hemd näher als der Rock!  Heute kann man sagen, ihm ist der Geldbeutel näher als das Hemd!

 

 

 

http://www.bookrix.de_ebook-renate-kronberg-edel-sei-der-mensch-hilfreich-und-gut/